Material & Inspiration

Druck mit Struktur

Balsaholz eignet sich aufgrund seiner guten Bearbeitungsqualitäten auch als unkomplizierter Druckstock. Wie bei jeder Hochdrucktechnik stellt auch hier die Oberflächenstruktur der Druckplatte eine wichtige Ausgangsposition dar, die das Ergebnis maßgeblich mitbestimmt. Durch seine weiche, etwas faserige Struktur lässt sich Balsaholz in dickerer Qualität gut mit Schnitzwerkzeugen bearbeiten, die für den Holzschnitt oder den Linolschnitt infrage kommen: Hohleisen, Messer, Skalpell und Cutter, auch Ahlen oder sogar Kopierräder können eingesetzt werden.

Bild aus der Ina Riepe-Reihe

© Ina Riepe

Am Anfang steht der Entwurf: Ideal für den Druck mit Balsaholz sind grafische, in Faserrichtung angelegte Strukturen, bei denen zudem die Schnitzwerkzeuge interessante Spuren im Druck hinterlassen. Überhaupt sollte beim Druck mit Balsaholz nicht allzu filigran gearbeitet werden, da feine Stege oder Übergänge leicht brechen können. Flächige Schraffuren können mit dem Messer in regelmäßigen Einschnitten erzielt werden; die Bearbeitung der Oberfläche, z.B. mit einer Stahlbürste, verstärkt die Faserstruktur zusätzlich und sorgt für unterschiedliche Tonwerte im Druck.

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© Ina Riepe

Die gewünschten Motive können frei auf die Balsa-Platte gezeichnet werden. Alternativ lässt sich das Motiv – natürlich spiegelverkehrt – mit weichem Kohle- oder Bleistift auf Papier vorzeichnen. Die Zeichnung wird auf das Holz gelegt und z.B. mit einem Handreiber oder der gewölbten Seite eines (Holz-)Löffels unter gleichmäßigem Druck abgerieben. Auch der Transfer bzw. das Durchzeichnen des Motivs mit Kohlepapier ist problemlos möglich. Beim anschließenden Schnitt spielt die Ausrichtung der Holzfasern eine entscheidende Rolle für den späteren Gesamteindruck – daher sollte bevorzugt in Faserrichtung geschnitten werden.

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© Ina Riepe

Ideal für den Druck mit Balsaholz ist Linoldruckfarbe, die hochpigmentiert auf Wasser oder Ölbasis in einer breiten Farbpalette erhältlich ist. Wie bei nahezu allen Drucktechniken können Ein- oder Mehrfarbendrucke (klassisch mit verschiedenen Druckplatten als Träger je eines Farbtons) angelegt werden.

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© Ina Riepe

Im Prinzip können alle Druckpapiere und auch – je nach Stärke des Drucks – fester Karton verwendet werden, doch besonders eignen sich weiche japanische oder chinesische Druckpapiere. Eine Druckpresse ist beim Drucken mit Balsaholz nicht notwendig: Die Druckfarbe wird mit einer Gummiwalze gleichmäßig auf den Druckstock aufgetragen, das Papier wird aufgelegt und mit einem Handreiber aus Glas, Holz, Metall oder einem japanischen Baren unter gleichmäßigem Druck sorgfältig abgerieben. Nach dem Druck sollte der Druckstock schließlich zügig gesäubert werden, damit sich die Farbe nicht zu stark im weichen Holz absetzt.

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Balsa ist ein außerordentlich schnellwüchsiger, immergrüner Laubbaum, der tiefere Küstenlagen bevorzugt. Die Vorkommen erstrecken sich über weite Teile des tropischen Süd- und Mittelamerikas. Fast der gesamte weltweite Bedarf an ­Balsaholz wird von Ecuador gedeckt. Das Wachstum des Balsabaumes ist enorm. Bereits nach dem zweiten Jahr erreicht er eine Höhe von vier bis sechs Metern und ist so bei der Nutzung bestehender Lichtungen allererste Wahl. Seine ­Schlag­reife erlangt er nach fünf Jahren – der Balsabaum hat dann eine Höhe von etwa 22 Metern. Schon im 16. Jahrhundert war Balsaholz in Südamerika der bevorzugte Rohstoff beim Schiffsbau. Unsere Balsahölzer stammen aus ökologisch geführten Plantagen und werden von dem Gedanken des nachhaltigen Anbaus geleitet. Erhältlich in verschiedenen Stärken mit rechteckigen und quadratischen Profilen.

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